Einstieg in die ZZR Welt -Achtung langer Post-

Tipps und Fragen
CasualKawasaki
Fahrschüler
Beiträge: 10
Registriert: 27.10.2020, 14:30
Motorrad Typ: ZZR 600 E BJ. 1997
Status: Offline

Einstieg in die ZZR Welt -Achtung langer Post-

Beitragvon CasualKawasaki » 02.11.2020, 23:13

Aloa, wie meiner Vorstellung zu entnehmen ist, bin ich ein kompletter Neuling in der ZZR Welt und auch generell noch nicht allzu lange Motorradfahrer.

Daher dachte ich mir ich schildere mal meine ersten Eindrücke mit der Zette und mein Herangehen was das Projekt "aufpeppeln" angeht.
Zumindest haben mir solche Threads immer gefallen und eventuell ermutigt es den einen oder anderen Neuling, sich selbst auch mal mit der Thematik auseinander zu setzen.

Kommentare und Anregungen sind ausdrücklich gewünscht :D

Zur Ausgangssituation, ich, seit 2018 begeisterter Motorradfahrer, suchte ein zweit Mopped zum Schrauben und wieder herrichten, welches auch mal eine Nacht draußen verbringen darf ohne dass ich ein allzu schlechtes Gewissen habe.
Fahrerfahrung bisher: er-6f Bj. 2009, Ninja 250R Bj. 2011, Honda CMX 500 Bj.2020, Ducati Supersport Bj. 2020, also alles recht neue Kisten mit entsprechenden technischen Komfort.

Kriterien: 600cc Vierzylinder, Sporttourer, optisch ansprechend
Budget: Bis max. 1500€ plus max. 1000€ zum herrichten.

Also ab im die gängigen Portale und die Kriterien eingegeben -aha, wird wohl eine ZZR.

Etwas im Internet durch alte Tests, Kaufberatungen und Foren gestöbert um zu sehen was für einen Ruf die gute denn genießt und worauf man achten sollte - Resümee: Klingt ja soweit erstmal nicht schlecht das Teil.

Getreu dem Motto "Versuch macht Kluch" also den ersten Besichtigungstermin für eine 97er ZZR in Silber mit 33tKM ausgemacht, VB 1100€.
Für die Maschine sprachen aus meiner Sicht die geringe Laufleistung, ein Baujahr was die meisten Verbesserungen der ZZR bereits enthält und eine Farbkombinationen, welche die Passanten nicht anbrüllt und passiv-agressiv an die 90er Jahre erinnert.

Highlights gemäß Inserat:
-Stahlflex Bremsleitungen
-Bremsflüssigkeit neu
-Varta Power-Sport Batterie
-Reifen keine 5000km gelaufen
-MRA Windschild
-TÜV Neu

Nach der Arbeit also zum Termin und dabei festgestellt die erste Regel für Besichtigungen gebrochen zu haben: "Scheisse, wird ja schon dunkel".
Egal, Vorfreude und Ungeduld haben das schon gerechtfertigt.

Erster Eindruck:
Ja, Hmmm... sieht irgendwie groß und ausladend aus, sehr viel Verkleidung, könnte bequem sein und sieht sehr vernachlässigt aus.
Nach dem ersten draufsetzen dann die Bestätigung, ja ist bequem, ja ist groß, ja ist schwer.
Akribig um die Dicke herumgegangen und versucht alles auf einen wirken zu lassen und Mängel zu finden.

Gefunden dabei:
Kette müsste gespannt und gepflegt werden, hier und da Kratzer von Garagenwänden, kleinere Macken u.ä.
Anscheinend keine größere Sturz oder Unfallschäden, am Krümmer wurde mit Dichtmasse ausgeholfen, Sitzbank vorne leicht eingerissen, Kiste fühlt sich sehr weich an, Auspuff Links hat eine Delle.
Laut Vorbesitzer hatte der TÜV einen leicht undichten Krümmer bemängelt was mit Dichtmasse behoben wurde und wohl "schon ewig" hält.
Die Schrauben wären aber noch gangbar, das hätte ein andere Interessent bereits festgestellt.
Reifenalter war nicht auszumachen nach langem gesuche. Naja, können ja nicht so alt sein, sind erst 5000km gelaufen... dachte ich.

Die Wartungshistorie war nicht wirklich herauszufinden.

Auf zur Probefahrt also!
Erste Überraschung, die Kiste springt direkt an, ohne Choke bei moderaten Temperaturen, -ha! nicht zu früh freuen Simon, beim Krümmer ist dir vorhin aufgefallen das die Kiste nicht Kalt war, also weiter erstmal skeptisch bleiben!
Ab in die Motorrad Klamotten und erstmal ne Runde Fahren, die Dicke durfte in der Zwischenzeit Warmlaufen.

Mit viel Respekt und dem Gedanken, dass das Teil halt fast ein viertel Jahrhundert auf dem Buckel hat also zaghaft losgefahren.
Kein ABS, DTC, ASR u.s.w., das grenzt ja schon an Motorradfahren! o.O'

Beim fahren dann festgestellt:
-Irgendwas klackt vorne beim herunterfahren von Bordsteinen oder beim festen Bremsen.
-Sehr schwammiges und kippeliges Fahrverhalten.
-Zweiter Gang bleibt drin.
-Geht ab bei hohen Drehzahlen, darunter sehr entspanntes fahren, geschmeidiger Motorlauf, kein Konstantfahrruckeln.
-Scheisse, falscher Ort.
Rechts rangefahren und das Handy gezückt um den richtigen Weg zu finden.
Wieder angekommen kurz nach dem klacken geforscht und gemerkt, dass der Tacho lose ist, daran wird's wohl liegen.
Laut Vorbesitzer wäre dem TÜV das klacken auch aufgefallen und daraufhin sei die Gabel vorrangig untersucht worden vom Prüfer, jedoch ohne Befund.

Das wabblische Fahrverhalten habe ich aufs Alter und ausgelutschte Dämpfer sowie altes Gabelöl geschoben, außerdem wusste ich ja nicht wie sich eine gute Zette fährt.
"Egal, Federbein und Gabel müssen dann halt getauscht/überholt werden, dann wird das schon."

Also auf 1000€ mit dem Verkäufer geeinigt und im stock dunkeln mit Regenbegleitung ab nach Hause :/.
Durchgefroren und angefressen von dem Regen wollte ich erstmal nichts mehr von Motorrädern wissen.

Der Tag dannach:
Da steht Sie nun und sieht im Tageslicht immer noch dick und ungeliebt aus, das muss geändert werden!

Erstmal ins Netz und die gängigsten Ersatzteile und Flüssigkeiten bestellt, die auf Verdacht getauscht werden sollten um ein Minimum an Wartung sicherzustellen.

Anschließend nochmal genau das gute Stück in Augenschein genommen, dabei festgestellt, dass die Reifen sehr wohl eine DOT Nummer haben die sich im Tageslicht lesen lässt und die Gummis auf das Jahr 2012 datieren, toll, also schleunigst neue Pellen drauf.

Positiv dabei aufgefallen: Die Delle im Auspuff entpuppte sich als Aussparung für den Hauptständer :D

In dem Zuge auch mal getestet wie Sie sich starten lässt wenn Sie wirklich kalt ist-
Mit ernüchternden Ergebniss.
"Schwierig bis gar nicht" der Choke ist super Scheisse zu dosieren, bei jeder Bewegung vom Lenker oder abstellen auf den Seitenständer heult die Maschine auf und ohne Choke geht Sie schnell wieder aus.
Das ging viermal so und dann schwächelte der Anlasser bereits - seltsam, nach vier Startversuchen sollte die Batterie noch nicht platt sein, wurde ja gestern erst eine Stunde am Stück gefahren.
Batterie gemessen- jap, ist leer, ausgebaut, aufgeladen, Kapazitätsmessung durchgeführt, Ergebniss: 1,2AH Restkapazität.

Also eine neue bestellt.
Soviel zur tollen Varta Power-Sports laut Inserat :/

Beim Ausbau festgestellt, dass der geschlossenen Benzinhahn eventuell mitschuld haben könnte, dass die Maschine nur ein paar Augenblicke lief und dann ausging :/.

Mit neuer Batterie also der nächste Versuch, Anlasser dreht nun deutlich besser, Maschine startet.
Choke lässt sich immer noch Scheisse dossieren und macht zicken, nach wenigen Augenblicken geht die Maschine wieder aus und lässt sich nur noch kurz starten, bis nach einer Weile gar nichts mehr geht.
Der Anlasser dreht fröhlich seine Runden, der Motor gibt aber keinen Mucks von sich, nur ab und an ein knallen.
"Das wars dann also", dachte ich bereits :(
Meine Freundin stand mir währendessen tröstend zur Seite und erwähnte, dass doch neulich irgendwas mit dem Benzinhahn war.

"Pffff, völlig ausgeschlossen" kleinlaut also den Benzinhahn aufgedreht und siehe da, das Ding läuft. Seltsamer Zufall....

Mit nun laufenden Motor direkt den Laderegler kontrolliert um nicht die nächste Batterie bestellen zu müssen.

Der Choke lässt sich dennoch Scheisse dossieren und macht die Fahrt zum ritt auf der Kanonenkugel auf den ersten Metern.

Im Laufe der Woche traf dann meine Bestellung ein und ich konnte mit den ersten Kleinigkeiten loslegen.

Verkleidung und Tank großzügig demontiert, darüber geärgert dass diese teilweise geflickt war und gebrochene Halter aufwies und erst einmal grob gesäubert.
Dies brachte dann auch die Erkenntnis was mein Problem mit dem Choke angeht.
Der Bowdenzug war so unglücklich verlegt und vergammelt, dass dieser bereits gebrochen war und an der Gabel hakte.

Wieder ins Netz, einen neuen ChokeZug und
die mittleren Verkleidungsteile in der Bucht ergattert.

tl;dr

Öl mit Filter gewechselt
Luftfilter gewechselt- der alte löste sich bereits auf
Kerzen gewechselt - sahen Recht neu aus aber vom Kerzenbild her läuft die Kiste etwas Fett, wobei ich die Tage zuvor viel Kurzstrecke gefahren bin und mit dem Choke wie gesagt meine Schwierigkeiten habe, muss dennoch beobachtet werden.
Benzinfilter gewechselt
Kette gereinigt und geschmiert - steinhartes Kettenfett und Schmutzreste aus der Ritzelabdeckung geholt, in dem schon Laufspuren der Kette zu sehen waren o.O.
Bewegliche Teile am Vergaser gereinigt und geölt
Kühlflüssigkeit gewechselt - war kaum noch etwas im Ausgleichsbehälter, scheint aber kein Leck zu haben
ChokeZug getauscht
Tacho ordnungsgemäß befestigt

Damit sollte das rudimentäre erstmal erledigt sein.

Die erste Ausfahrt dannach ließ hoffen, lässt sich sauber starten, der Motor läuft soweit manierlich wenn er warm ist.
Sicherheitshalber noch MTX Vergaserreiniger mit in den Tank - ja ist eine Glaubensfrage aber ich denke es kann nicht schaden.

Leider ist das klacken noch da, schien also nicht der Tacho gewesen zu sein.

Zwischenfazit: Läuft gut aber fährt scheisse.

Abhilfe sollen nun eine Überholung der Gabel mit Einbau von progressiv Federn, ein neues Federbein und neuen Reifen schaffen.

Das Federbein (YSS) habe ich gestern bereits verbaut, dabei habe ich die Lager der Umlenkung und der Schwinge mal angesehen, diese sehen soweit ich das beurteilen kann noch gut aus.
Kein festellbares Spiel o.ä.
Eine erste Sitzungprobe bestätigt bereits die Vermutung, dass das alte einfach durch war.
Fahren konnte ich leider noch nicht.

Die Gabel will ich von einer Werkstatt machen lassen, das scheint mir derzeit etwas aufwendig, ebenso die neuen Reifen.
In dem Zuge soll auch das Lenkkopflager überprüft und ggf. getauscht werden.
Derzeit vermute ich dass das klacken daher kommen könnte.

Updates folgen :)

Benutzeravatar
Zauberer
Administrator
Beiträge: 15923
Registriert: 22.03.2005, 12:11
Wohnort: Wolfenbüttel
Motorrad Typ: ZR 600 E Bj. 1996
Kontaktdaten:
Status: Offline

Re: Einstieg in die ZZR Welt -Achtung langer Post-

Beitragvon Zauberer » 03.11.2020, 07:16

Sehr sehr schön geschrieben. Danke, dass du uns daran teilhaben lässt!
der Zauberer
ZZR 600E - immer ein bisschen untermotorisiert
E-Model Bj.96 74.000km
>>>>> meine Bilder gucken und staunen

Benutzeravatar
mobbedzwerch
Forenlegende
Beiträge: 2670
Registriert: 04.10.2011, 19:59
Wohnort: Nürnberger Land
Motorrad Typ: E-Modell Bj. 2003
Status: Offline

Re: Einstieg in die ZZR Welt -Achtung langer Post-

Beitragvon mobbedzwerch » 03.11.2020, 07:33

=D> =D> =D>
:wave
_______________
Wenn eine Schraube locker ist hat das Leben mehr Spiel :D :icon_thumright
600 E, 55.000 km

Benutzeravatar
rate.mal
Kurvenheizer
Beiträge: 1358
Registriert: 21.02.2011, 22:15
Wohnort: Seddiner See
Motorrad Typ: Super Glide Custom
Status: Offline

Re: Einstieg in die ZZR Welt -Achtung langer Post-

Beitragvon rate.mal » 03.11.2020, 07:37

Habe auch erst gedacht, oh man so ein langes Ding, konnte dann aber auch nicht aufhören zu lesen :badgrin:
Sehr Interessant geschrieben =D>
Bild das anlassen meiner Harley ist Musik in meinen Ohren Bild

Benutzeravatar
Oppa
Moderatorenanwärter
Beiträge: 8970
Registriert: 22.11.2007, 17:48
Wohnort: Kaiserslautern
Motorrad Typ: ZZR600E-13 (05) / ZX10R (05)
Status: Offline

Re: Einstieg in die ZZR Welt -Achtung langer Post-

Beitragvon Oppa » 03.11.2020, 11:37

=D> =D> =D>
Schätze, Gabel kannst Du selbst, genau wie Räder aus-/einbauen (ok, Werkzeug ist nicht ganz billig).
Lenkkopflager braucht mehr Fingerspitzengefühl.

Würde das gesparte Geld in Ventilspieleinstellen investieren. Ne gute Vergasereinstellung bekommt man auch selbst hin, reinigen auch. Synchronisieren geht halt nur mit Uhr.

Wenn Du die motorrelevanten Arbeiten gemacht hast, brauchst Du beim Warmfahren auch nur noch 4 Hände und 3 Füße! :badgrin:
ZZR600E13-05 - 30tkm
ZX10R-05 - 34tkm-davon 10tkm auf der Renne
Hey, Schutzengelchen aufwachen, genug gepennt! :director :sleepy2


Oppa's Gehhilfen... :badgrin:...endlich mal wieder mit dem Rollator unterwegs! :badgrin:

CasualKawasaki
Fahrschüler
Beiträge: 10
Registriert: 27.10.2020, 14:30
Motorrad Typ: ZZR 600 E BJ. 1997
Status: Offline

Re: Einstieg in die ZZR Welt -Achtung langer Post-

Beitragvon CasualKawasaki » 03.11.2020, 20:28

Freut mich das es euch gefällt :D

Hab die Dicke heute zur Werkstatt gebracht und somit die erste Probefahrt mit neuem Federbein hinter mir.
Fahreindrücke sind ja immer subjektiv, aber gefühlt hat das bereits einiges gebracht.
Liegt hinten wesentlichen satter auf der Straße und das spurhalten fällt leichter.
Nun wirkt es so, das von vorne die ganzen Unruhen in das Fahrwerk regelrecht "gespült" werden, als würde man permanent auf dem Vorderrad balancieren.
Bin auf jedenfall gespannt wie Sie sich beim abholen verhalten wird :D

Habe in der Werkstatt nochmal auf das klacken hingewiesen, die wollten sich der Sache annehmen und meinten so Fälle hätten die bereits gehabt.
Laut deren Aussage könnte es das Lenkkopflager sein, oder in der Gabel sitzt etwas nicht richtig.
Ich werde berichten oder nach Hilfe betteln, sollte keine Lösung gefunden werden :D

Dannach stehen erstmal noch Kleinigkeiten an:
An den Auslegern der Spiegel fehlen die Abdeckkappen für die befestigungs-/arretieringspunkte, diese wollte ich nachmessen und ausdrucken.
Ggf. Wird noch das Zündschloss getauscht oder mal revidiert, da dieses oft hakt und die "Blende", (das Ding was den Zylinder schützt und vom Schlüssel beiseite gedrückt wird) verbogen ist und nicht mehr schließt.
Ein paar optische Ausbesserungen stehen auch noch an.
Allen voran jedoch erstmal einen Aufkleber auf dem Armaturenbrett, der mich an diesen blöden Benzinhahn erinnert, hab mich heute wieder blamiert wegen diesem Teil :roll:

Oppas Vorschlag werde ich auch noch umsetzen, allerdings wahrscheinlich erst mitte nächsten Jahres :(
Tiefergehende Arbeiten am Motor oder am Fahrwerk, kann ich derzeit schlecht durchführen :(,
Bin drauf angewiesen das gute Stück jederzeit recht schnell wieder in Bewegung bringen zu können, damit Sie nicht im Weg steht.
Für so arbeiten müsste erstmal die Werkstatt hergerichtet werden, und das Haus drum herum auch noch :/
Ich denke für so arbeiten braucht man viel Geduld und Zeit und die habe ich derzeit mit parallel laufenden Bau leider nicht wirklich.

Ich halte euch auf dem laufenden :D
Gibt es denn noch grobe Schnitzer die ich übersehen habe oder die erfahrungsgemäß gemacht werden sollten?
Den Kawa Wartungsplan habe ich soweit eigentlich abgearbeitet... :-k

Benutzeravatar
Zauberer
Administrator
Beiträge: 15923
Registriert: 22.03.2005, 12:11
Wohnort: Wolfenbüttel
Motorrad Typ: ZR 600 E Bj. 1996
Kontaktdaten:
Status: Offline

Re: Einstieg in die ZZR Welt -Achtung langer Post-

Beitragvon Zauberer » 04.11.2020, 06:46

Die Bremsscheiben solltet du mal auf Verschleiß messen. Aber bei 33.000 sollten die noch okay sein.

Ansonsten lass den Benzinhahn offen, dann kannst du dir den Zettel sparen.

Bei uns stehen die immer auf Reserve und werden nur für die Winterruhe zu gemacht.
der Zauberer
ZZR 600E - immer ein bisschen untermotorisiert
E-Model Bj.96 74.000km
>>>>> meine Bilder gucken und staunen

Benutzeravatar
Oppa
Moderatorenanwärter
Beiträge: 8970
Registriert: 22.11.2007, 17:48
Wohnort: Kaiserslautern
Motorrad Typ: ZZR600E-13 (05) / ZX10R (05)
Status: Offline

Re: Einstieg in die ZZR Welt -Achtung langer Post-

Beitragvon Oppa » 04.11.2020, 18:56

Habe den Benzinhahn immer auf Reserve. Bringt bei mir deutlich über 200km (hoch gerechnete 6l/100km bei 18l Tankvermögen). Da ich im Schnitt weniger verbrauche, ist sogar noch Luft noch oben und die Benzinuhr lernt man mit der Zeit zu interpretieren.

Tagestouren (außer Anreisen zu entfernten Punkten mit festgelegten Tankstopps) fallen selten länger aus.
ZZR600E13-05 - 30tkm
ZX10R-05 - 34tkm-davon 10tkm auf der Renne
Hey, Schutzengelchen aufwachen, genug gepennt! :director :sleepy2


Oppa's Gehhilfen... :badgrin:...endlich mal wieder mit dem Rollator unterwegs! :badgrin:

CasualKawasaki
Fahrschüler
Beiträge: 10
Registriert: 27.10.2020, 14:30
Motorrad Typ: ZZR 600 E BJ. 1997
Status: Offline

Re: Einstieg in die ZZR Welt -Achtung langer Post-

Beitragvon CasualKawasaki » 05.11.2020, 21:42

Denke so werde ich es dann auch machen.
Schön zu wissen daß die Tankanzeige anscheinend nicht nur mir viel Interpretations Spielraum lässt.

Benutzeravatar
can2abi
Super-Can
Beiträge: 5912
Registriert: 13.01.2005, 23:26
Wohnort: Emmelsbüll / Nordküste (also wirklich im Norden)
Motorrad Typ: alt: D, 93 neu: E, 98 ,19tkm
Kontaktdaten:
Status: Offline

Re: Einstieg in die ZZR Welt -Achtung langer Post-

Beitragvon can2abi » 06.11.2020, 19:39

Toll geschrieben und Interessant zu lesen,,,, Nur, warum hast Du dich nicht zuerst im Forum rumgehört , hier haben ja öfter welche eins zum Verkauf!
Vielleicht wäre auch jemand, der in der Nähe wohnt mitgekommen zum anschauen....
Aber nu ist das Kind in den Brunnen gefallen und du hast gehöriges Lehrgeld bezahlt, Bzw.zahlst noch
D Mod Bj.93 100tkm RIP :(
E Mod Bj.98 19tkm

Langsam kann ich, wenn ich einen Rollator brauche

Benutzeravatar
strandmicha
Alter Hase
Beiträge: 776
Registriert: 27.06.2011, 02:39
Wohnort: Schorfheide
Motorrad Typ: ZZR600E=ZX-RR Bj 95
Kontaktdaten:
Status: Offline

Re: Einstieg in die ZZR Welt -Achtung langer Post-

Beitragvon strandmicha » 07.11.2020, 21:25

:lol: :lol: sehr gut geschrieben. Ich lese mir eher selten lange Romane durch, aber beider Geschichte war ich ganz gefesselt und sehr amüsiert :lol:
Viel Erfolg mit der dicken. 8)
128

Wer später bremst, ist länger schnell

CasualKawasaki
Fahrschüler
Beiträge: 10
Registriert: 27.10.2020, 14:30
Motorrad Typ: ZZR 600 E BJ. 1997
Status: Offline

Re: Einstieg in die ZZR Welt -Achtung langer Post-

Beitragvon CasualKawasaki » 08.11.2020, 12:48

can2abi hat geschrieben:Toll geschrieben und Interessant zu lesen,,,, Nur, warum hast Du dich nicht zuerst im Forum rumgehört , hier haben ja öfter welche eins zum Verkauf!
Vielleicht wäre auch jemand, der in der Nähe wohnt mitgekommen zum anschauen....
Aber nu ist das Kind in den Brunnen gefallen und du hast gehöriges Lehrgeld bezahlt, Bzw.zahlst noch


Soweit habe ich gar nicht gedacht im Vorfeld :-k
Aber es war ja auch mein Ziel sich selbst mal so einer Herausforderung zu stellen, eine gut gepflegt Zette aus dem Forum wäre natürlich nicht schlecht gewesen, aber dann hätte ich ja nichts mehr zum herrichten gehabt ^^
Noch denke ich das Lehrgeld ist gut investiert :D

CasualKawasaki
Fahrschüler
Beiträge: 10
Registriert: 27.10.2020, 14:30
Motorrad Typ: ZZR 600 E BJ. 1997
Status: Offline

Re: Einstieg in die ZZR Welt -Achtung langer Post-

Beitragvon CasualKawasaki » 16.11.2020, 00:13

Es gibt Neuigkeiten.
Pünktlich zum Start ins Wochenende meldete sich die Werkstatt bei mir, die Dicke würde gerne aus dem Kinderparadies abgeholt werden.

Gesagt, getan, voller Vorfreude also auf den Weg gemacht und bei Ankunft direkt die erste Enttäuschung erlitten, das Klacken tritt immer noch auf :(

Nach Aussage der Werkstatt wurde das Lenkkopflager, welches ich zuerst im Verdacht hatte, überprüft und für tadellos befunden.
Der Werkstatt Meister sprach als von einer Hülse im Gabelrohr, die auf die Feder drückt und beim einfedern dieses Geräusch erzeugt. -Das wäre normal, unbedenklich und unter Umständen nicht zu Vermeiden.
Es könnte auch sein dass sich das von Zeit zu Zeit legt oder auch wieder auftritt.
Allerdings kann ich mich mit der Aussage nicht wirklich anfreunden :/ das kann doch nicht normal sein?

Naja, dann muss ich wohl nochmal das Internet wegen diesem Klacken bemühen oder auf Hilfe aus dem Forum hoffen :D

Heute war es dann endlich soweit, das eine äußerst seltene Konstellation auftrat, wie es meine geplagte Wenigkeit wohl erst in mehreren Monaten wieder erleben wird:
-Sonnenschein
-Warme Temperaturen
-Keine ToDo's auf der Liste
-Kaum Verkehr

Perfekte Konditionen zur ersten ausführlichen Probefahrt seit Erwerb und nach den getätigten Arbeiten an der Zette.
Mit den Worten "Ich fahr nur eben ein paar Runden" verabschiedete ich mich und kam nach 1 1/2 Tankfüllungen und 2,5Std. mit Dauergrinsen im Gesicht wieder.

Was soll ich sagen? Einfach Geil!
Der ganze Aufwand hat sich definitiv gelohnt und wird mit einer Menge Fahrfreude belohnt.
Die Unruhen beim Fahren sind gänzlich weg, Sie liegt satt und straff auf der Straße, folgt brav wie auf Schienen der vorgegeben Spur, gibt viel mehr Rückmeldung von der Straße und lässt sich trotz ihres leichten Übergewichts sehr agil handeln.
Ich konnte weder in der Stadt, auf der Landstraße oder Autobahn irgendwelche Auffälligkeiten mehr feststellen.

Ich habe zwar immer noch keine Referenz wie sich eine ZZR fahren sollte und Vergleiche mit einer 24 Jahre jüngeren Ducati wären unfair.
Aber ich war wirklich, wirklich überrascht, was a), Ein einfacher Tausch von Reifen, Federbein und Gabelfedern bewirken kann und b), was Kawasaki da in den frühen Neunzigern! auf die Beine gestellt hat und im Jahr 2020 immernoch so gut fährt.
Ich bin jedenfalls mehr als zufrieden und denke das die Dicke mich noch eine ganze Weile begleiten wird.:)

Als Reifen wurden übrigens Michelin Road 4 aufgezogen, mit denen hatte ich was das Fahrverhalten und Verschleiß angeht auf meiner er-6f einfach gute Erfahrungen gesammelt, denke das war auch hier eine gute Wahl.

Benutzeravatar
mirkomotorrad
Kurvenheizer
Beiträge: 1045
Registriert: 21.03.2008, 22:25
Wohnort: 39638 Letzlingen
Motorrad Typ: ZZR 600 E Bj.2001
Status: Offline

Re: Einstieg in die ZZR Welt -Achtung langer Post-

Beitragvon mirkomotorrad » 16.11.2020, 10:03

Moin Simon,
sollte das "klackern" immer noch präsent sein, könnte es an einer eingelaufenen, ungleichmässig gelängten Kette liegen.
Kettenwechsel ist auch kein Hexenwerk. Sollte es eine endlos Kette werden, muss die Schwinge raus und kann so gleich mal gesäubert und auf Beschädigungen im Bereich des Schwingenschleifschutzes begutachtet wwerden. Ausserdem sitzen die Ritzelmuttern gerne mal etwas fester und benötigen Nachdruck mittels Schlagschrauber. Auch sollte man in dem Arbeitsgang ein neues Sicherungsblech verbauen, welches besagte Mutter sichert.
Ich persönlich spare mir den Ausbau der Schwinge und verwende ENUMA Ketten (offen) mit Schraubschloss.

Viel Spass weiterhin mit der Dicken und Grüsse aus der Altmark
ZX 600 E, Bj. 2001, 41 TKm

CasualKawasaki
Fahrschüler
Beiträge: 10
Registriert: 27.10.2020, 14:30
Motorrad Typ: ZZR 600 E BJ. 1997
Status: Offline

Re: Einstieg in die ZZR Welt -Achtung langer Post-

Beitragvon CasualKawasaki » 16.11.2020, 11:30

mirkomotorrad hat geschrieben:Moin Simon,
sollte das "klackern" immer noch präsent sein, könnte es an einer eingelaufenen, ungleichmässig gelängten Kette liegen.
Kettenwechsel ist auch kein Hexenwerk. Sollte es eine endlos Kette werden, muss die Schwinge raus und kann so gleich mal gesäubert und auf Beschädigungen im Bereich des Schwingenschleifschutzes begutachtet wwerden. Ausserdem sitzen die Ritzelmuttern gerne mal etwas fester und benötigen Nachdruck mittels Schlagschrauber. Auch sollte man in dem Arbeitsgang ein neues Sicherungsblech verbauen, welches besagte Mutter sichert.
Ich persönlich spare mir den Ausbau der Schwinge und verwende ENUMA Ketten (offen) mit Schraubschloss.

Viel Spass weiterhin mit der Dicken und Grüsse aus der Altmark


Danke für den Tipp.
Ich denke die Kette kann jedoch als Ursache ausgeschlossen werden, hatte mich entschieden diese doch zu tauschen da die alte bei genauerer Betrachtung doch sehr gelängt war und auch nach dem spannen nicht richtig auf dem Ritzel saß.
Hätte es auch gerne selbst gemacht, hatte das dann aber in der Werkstatt mitmachen lassen da Sie eh dort war und neue Reifen bekam.
Hatte ich vergessen zu erwähnen.

Da das Thema mir keine Ruhe ließ war ich eben nochmal unten und hab weiter nach dem klacken geforscht, nur um festzustellen das es nun weg ist o.O'
Zumindest könnte ich es eben im Stand nichtmehr wahrnehmen.

Vorher ließ sich das jedesmal gut reproduzieren, indem man die Vorderradbremse zog und mit etwas Schwung auf den Lenker drückte um die Gabel eintauchen zu lassen, egal ob im Stand oder auf dem Hauptständer.
Man konnte im vorderen Bereich deutlich das klacken wahrnehmen und auch leicht spüren wenn man dabei einen Finger an die Gabelbrücke legte.
Während der Fahrt fiel es immer beim befahren von Bordsteinen o.ä. auf.

Kann es sein, das die Dichtringe der Gabel eventuell etwas hakten und sich nach meiner längeren Ausfahrt gestern wieder etwas einlaufen konnten?
Das wäre zumindest das was mir nun am plausibelsten erscheint. Bei den Vorbesitzern wurde das gute Stück wohl Recht wenig bewegt (33tKm in 24Jahren) eventuell bräuchte die einfach wieder eine längere Ausfahrt?
Es gab hier im Forum einen Thread der ziemlich genau mein Problem beschreibt, da hatte sich das ganze plötzlich auch in Wohlgefallen aufgelöst.
Allerdings wurde dort wohl die Mutter auf der Gabelbrücke nochmal ersetzt/festgezogen.

viewtopic.php?f=38&t=11634&p=240988&hilit=Klacken#p240988

Benutzeravatar
Zauberer
Administrator
Beiträge: 15923
Registriert: 22.03.2005, 12:11
Wohnort: Wolfenbüttel
Motorrad Typ: ZR 600 E Bj. 1996
Kontaktdaten:
Status: Offline

Re: Einstieg in die ZZR Welt -Achtung langer Post-

Beitragvon Zauberer » 16.11.2020, 11:56

Ich habe noch eine Idee.
Guck dir mal das M an. Das ist diese silberne Rahmenverlängerung in der Verkleidung. Die hat in der Mitte einen Zapfen, der in eine Halterung einrasten muss. Wenn dieser nicht ganz drin steckt, du einfederst mit der Gabel, kommt die Verkleidung an den Fender und macht "Klack".
der Zauberer
ZZR 600E - immer ein bisschen untermotorisiert
E-Model Bj.96 74.000km
>>>>> meine Bilder gucken und staunen

CasualKawasaki
Fahrschüler
Beiträge: 10
Registriert: 27.10.2020, 14:30
Motorrad Typ: ZZR 600 E BJ. 1997
Status: Offline

Re: Einstieg in die ZZR Welt -Achtung langer Post-

Beitragvon CasualKawasaki » 16.11.2020, 12:39

Zauberer hat geschrieben:Ich habe noch eine Idee.
Guck dir mal das M an. Das ist diese silberne Rahmenverlängerung in der Verkleidung. Die hat in der Mitte einen Zapfen, der in eine Halterung einrasten muss. Wenn dieser nicht ganz drin steckt, du einfederst mit der Gabel, kommt die Verkleidung an den Fender und macht "Klack".


Vielen Dank für die Info, das könnte es unter Umständen tatsächlich gewesen sein!
Nach meiner Ausfahrt gestern hatte ich die seitlichen Verkleidungen getauscht, da die ursprünglichen in sehr bemitleidenswerten Zustand waren.
Im dem Zuge musste auch das M ab- und wieder angebaut werden.
Es sieht auch so aus als wären oben auf dem M in der Mitte Abnutzungsspuren, die daher kommen könnten.
Mich wunderts nur das mir das vorher nicht aufgefallen ist, hatte bereits mit zwei Personen wie so Verrückte an dem Ding rumgeruckelt um die Ursache zu finden, aber dabei wahrscheinlich immer nach den falschen stellen gesehen.

Da die Verkleidung bereits schoneinmal von mir ab- und wieder angebaut wurde, hatte ich das als Ursache bereits ausgeschlossen... Jetzt komme ich mir dämlich vor :/
Ich werde das jedenfalls weiter beobachten und berichten sollte es das nicht gewesen sein.

Nebenbei:
Hatte auch den Tacho kurz ausgebaut um die Tachobeleuchtung auf LED umzurüsten.
Kann ich nur sehr empfehlen, habe diese LEDs genommen:
https://www.ebay.de/itm/2-10X-T10-COB-S ... 890.l49292
und bin damit sehr zufrieden, helles weißes Licht ohne großen Blaustich, allerdings musste ich die "Birnen" an zwei Punkten etwas abschneiden mit einem Messer, da die Aussparung an diesen Stellen zu kurz war.
Das geht ganz gut, die sind nur in so einem Gummiartigen Zeug eingegossen.

Benutzeravatar
Zauberer
Administrator
Beiträge: 15923
Registriert: 22.03.2005, 12:11
Wohnort: Wolfenbüttel
Motorrad Typ: ZR 600 E Bj. 1996
Kontaktdaten:
Status: Offline

Re: Einstieg in die ZZR Welt -Achtung langer Post-

Beitragvon Zauberer » 16.11.2020, 12:55

Guck dir mal den Fender an, ob der vielleicht auch die Kratzspuren hat. ;)
der Zauberer
ZZR 600E - immer ein bisschen untermotorisiert
E-Model Bj.96 74.000km
>>>>> meine Bilder gucken und staunen


Zurück zu „Schrauberecke“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste